Nachhaltigkeitsbericht 2013

Rohstoffe

Bei unseren Haushaltsreinigern Terra basiert der Großteil der Wirkstoffe auf nachwachsenden Rohstoffen anstelle von Erdöl.
Terra Produktpalette
Dial Triple Moisture Body Wash hat eine optimierte Rezeptur: Pflegewirkstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe und der Einsatz konzentrierter Tenside – waschaktiver Substanzen – reduzieren den CO2-Fußabdruck.
Dial
Die Rezeptur des Pritt Stifts haben wir im Jahr 2000 auf eine nachwachsende Rohstoffbasis umgestellt. Sie enthält
90 Prozent nachwachsende Rohstoffe, bezogen auf die Trockenmasse.
Bild Pritt

Verantwortung beim Rohstoffeinsatz

Henkel bekennt sich zu einer verantwortungsvollen Rohstoffwirtschaft – insbesondere zum Schutz von natürlichen Ressourcen und Biodiversität. Wir setzen Inhaltsstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe zur Optimierung von Produkteigenschaften ein, wenn dies unter Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer und gesellschaftlicher Auswirkungen sinnvoll ist. In vielen unserer Produkte wie Seifen, Shampoos, Klebestiften oder Tapezierklebstoffen sind Inhaltsstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe zentrale Bestandteile der Rezeptur.

Daher arbeitet Henkel seit Jahrzehnten zusammen mit Partnern entlang der Wertschöpfungskette an Standards und Nachhaltigkeitskriterien für den verantwortungsvollen Umgang mit nachwachsenden Rohstoffen. Seit 2013 beteiligt sich Henkel beispielsweise an der „Initiative Nachhaltige Rohstoffbereitstellung für die stoffliche Biomassenutzung“ (INRO). Henkel gehört auch zu den Unterzeichnern einer Erklärung des Consumer Goods Forum gegen die weltweite Abholzung von Wäldern und für den Schutz der Biodiversität. Die Mitgliedsunternehmen verpflichten sich, gemeinsam und individuell Maßnahmen zu ergreifen, um die globale Entwaldung bis 2020 zu stoppen. Für uns betrifft dies insbesondere Rohstoffe wie Palm- und Palmkernöl, aber auch Zellstoff, der in Verpackungen eingesetzt wird.

Nachwachsende Rohstoffe in unseren Waschmitteln

Bei den Wasch- und Reinigungsmitteln stellen nachwachsende Rohstoffe historisch eine der wichtigsten Rohstoffquellen dar. Seife – von jeher auch als Waschmittel verwendet – wird seit Jahrtausenden aus pflanzlichen oder tierischen Ölen und Fetten hergestellt. Heute bestehen die meisten Wasch- und Reinigungsmittel aus einer Vielzahl von Inhaltsstoffen, jeweils mit speziellen Funktionen.

Die meisten der großvolumigen Inhaltsstoffe von Wasch- und Reinigungsmitteln sind anorganisch und können nicht durch Inhaltsstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe ersetzt werden. Eine wichtige Ausnahme bilden Tenside. Sie bestehen aus einem lipophilen – „fettfreundlichen“ – Teil, der aus pflanzlichen oder erdölbasierten Ölen gewonnen wird, und einem hydrophilen – „wasserfreundlichen“ – Teil, der in der Regel erdölbasiert oder anorganisch ist. Tenside, die vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen wie Alkylpolyglucosiden bestehen, sind die Ausnahme.

Um optimale Waschleistungen erzielen zu können, setzen wir eine Mischung verschiedener Tenside ein. Bei mehr als der Hälfte basiert der lipophile Teil auf nachwachsenden Rohstoffen – ein Ergebnis der langjährigen Erfahrungen von Henkel mit Inhaltsstoffen auf Basis nachwachsender Öle, wie zum Beispiel dem nur für den industriellen Einsatz nutzbaren Palmkernöl, und Fette. Der Anteil nachwachsender Rohstoffe liegt insgesamt bei den Tensiden für Wasch- und Reinigungsmittel bei rund 30 Prozent. Die übrigen
70 Prozent teilen sich auf in anorganische und erdölbasierte Bestandteile.

Kosmetikprodukte auf Basis natürlicher und nachwachsender Rohstoffe

In der Kosmetik werden naturbasierte Rohstoffe in allen Produktgruppen eingesetzt. Auf den Einsatz einzelner naturbasierter Wirk- und Duftstoffe in unseren Produkten weisen wir hin, wenn diese mit bestimmten Eigenschaften verbunden sind – beispielsweise die pflegende Wirkung von Sheabutter und Joghurt oder die beruhigende Wirkung von Aloe Vera.

Darüber hinaus arbeiten wir daran, den Anteil von Inhaltsstoffen auf Basis nachwachsender Rohstoffe in unseren Kosmetikprodukten – wo möglich und sinnvoll – zu erhöhen. Werden beispielsweise in einer Rezeptur erdölbasierte Inhaltsstoffe durch stärkebasierte ersetzt, erhöht dies den Anteil der nachwachsenden Rohstoffe und leistet einen Beitrag zur Schonung fossiler Ressourcen. Bei Inhaltsstoffen, die sowohl auf nachwachsenden Rohstoffen als auch auf Erdöl basieren, wird nur der nachwachsende Anteil berücksichtigt. Wenn möglich, berechnen wir den Anteil nachwachsender Rohstoffe, bezogen auf die Trockenmasse unserer Produkte. In manchen Märkten und Produktkategorien umfassen die Kalkulationen allerdings auch das in der Rezeptur enthaltene Wasser. Mittlerweile basieren die Produktformulierungen unserer Seifen, Shampoos und Duschgele zu mehr als zwei Dritteln auf nachwachsenden Rohstoffen. Auch in Stylingprodukten kommen zunehmend Inhaltsstoffe aus erneuerbaren Rohstoffen zum Einsatz. Zum Beispiel werden die mineralölbasierten Verdickersysteme (Polyacrylate) auf stärke- und cellulosebasierte Rezepturen umgestellt.

Dabei verpflichten wir uns, beim Einkauf von nachwachsenden Rohstoffen auch auf ökologische und soziale Aspekte zu achten. So setzen wir vermehrt Inhaltsstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau in unseren Rezepturen ein.

Natürlich kleben

Für Klebstoffe für Konsumenten und Handwerker sowie für die Industrie gibt es eine ganze Reihe von Anwendungen, in denen nachwachsende Rohstoffe wie Stärke, Cellulose, Dextrine und Proteine eingesetzt werden. Beispielsweise verwenden wir nachwachsende Rohstoffe bei Klebestiften, Tapetenkleistern und Verpackungsklebstoffen. Bei Klebstoffen zur Flaschenetikettierung beträgt der Anteil zum Beispiel 45 Prozent.

Palm- und Palmkernöl

Unserer Verantwortung beim Einkauf und Einsatz von Inhaltsstoffen auf Basis nachwachsender Rohstoffe sind wir uns bewusst. Deshalb treiben wir gemeinsam mit unseren Partnern eine nachhaltige Palmölwirtschaft entlang der gesamten Lieferkette voran. Dazu gehören unter anderem Kooperationen mit unseren strategischen Lieferanten, um die Rückverfolgbarkeit von Palm- und Palmkernöl zu verbessern.

Ein Beispiel sind die in unseren Wasch- und Reinigungsmitteln sowie Kosmetikprodukten eingesetzten waschaktiven Substanzen (Tenside), die wir allerdings nicht selbst herstellen, sondern von unseren Lieferanten beziehen. Zur großtechnischen Herstellung von leistungsstarken Tensiden eignen sich derzeit nur Mineralöl, Erdgas, Kokosöl und Palmkernöl. Hauptkritikpunkt am Einsatz von Palm- und Palmkernöl ist der extensive Ausbau von Palmölplantagen. Es ist das Ziel von Henkel, dass bis 2015 das in unseren Lieferketten als Rohstoff verarbeitete Palm- und Palmkernöl einer nachhaltigen Palmölwirtschaft entstammt.

Wir engagieren uns seit 2003 beim Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl ( RSPO) für eine nachhaltige Herstellung von Palm- und Palmkernöl. Auch wenn die Kriterien aus unserer Sicht derzeit noch nicht ausreichen, sind diese doch eine wichtige Grundlage, auf der aufgebaut werden kann. So hat Henkel im September 2013 gemeinsam mit weiteren Partnern das Forum Nachhaltiges Palmöl gegründet, das über den RSPO-Standard hinausgehen will.

Die Ölpalme produziert neben dem Palmöl, das 90 Prozent ihres Öls ausmacht, auch Palmkernöl, das für Henkel als Rohstoff für die Tenside eine hohe Bedeutung hat. Aufgrund der komplexen Lieferkette ist bei Palmkernöl die Segregation – also die Trennung des Öls von zertifizierten und nicht-zertifizierten Plantagen – derzeit nur mit großem Aufwand möglich. Um dennoch den Plantagenbetreibern einen Anreiz zu einer nachhaltigen Palmölwirtschaft zu bieten, haben wir bereits 2008 erstmals RSPO-Zertifikate für nachhaltiges Palmkernöl gekauft.

Auch wenn der Erlös aus den Zertifikaten generell den Erzeugern zugutekommt, möchten wir uns zukünftig noch gezielter für Kleinbauern und lokale Initiativen einsetzen und auf diese Weise die nachhaltige Palmölwirtschaft unterstützen (siehe Kleinbauernprogramm „Solidaridad“).

Unser Beitrag zu einer nachhaltigen Palmölwirtschaft