Nachhaltigkeitsbericht 2013

Logistik und Transport

Produkttransporte nach Verkehrsträgern 2013
1 Der Luftweg gehört nicht zu unseren Standard-Transportwegen. Er wird nur genutzt, wenn für unsere Kunden ein sehr schneller Transport notwendig ist.

Logistikplanung für unterschiedliche Produkte

Unsere Logistikplanung ergibt sich aus der Art der zu transportierenden Endprodukte. Bei eher großvolumigen Produkten verringern wir durch regionale Produktionsstandorte die Transportwege und so die damit verbundenen Umweltbelastungen. Dies gilt insbesondere für unsere Wasch- und Reinigungsmittel sowie einige Kosmetik- und Klebstoffprodukte. Bei vergleichsweise kompakten Produkten mit niedrigem spezifischem Gewicht fällt der Transportaufwand geringer aus, so dass diese möglichst zentral in großer Stückzahl produziert werden. So werden beispielsweise unsere Sekundenkleber lediglich an wenigen Standorten weltweit hergestellt.

Initiativen zur Emissionsreduktion

Um unsere Transport-Emissionen zu senken, optimieren wir konzernweit unsere Logistikstrukturen und -konzepte. Die Lage von Warenlagern und Verteilzentren soll die Distanz zwischen Standorten und Kunden auf ein Minimum reduzieren. Wo möglich, legen wir Transporte zwischen einzelnen Standorten und zu Zentrallagern zusammen, um unternehmensweit den Transportaufwand zu reduzieren.

So hat zum Beispiel der Unternehmensbereich Adhesive Technologies ein Zentrallager in Rotterdam eingerichtet, in dem alle Produkte für den Transport nach Afrika und in den Nahen Osten gesammelt und so die Transporteinheiten optimal ausgelastet werden.

Der Unternehmensbereich Beauty Care hat den Transport eines wichtigen Rohstoffs für Haarpflegeprodukte in unser Werk in Wassertrüdingen vom Lkw auf die Bahn umgestellt. Dadurch werden jährlich 270 Tonnen CO2 eingespart.

Auf der richtigen Schiene

Energie und Klima
Cover Auf der richtigen Schiene

Seit 2013 wird ein von der BASF am Standort Düsseldorf hergestellter Rohstoff fur Haarpflegeprodukte per Bahn in unser Werk nach Wassertrüdingen transportiert. Ein Eisenbahnwaggon ersetzt drei Lastwagen auf der rund 500 Kilometer langen Strecke. Hierdurch verringert sich der CO2-Ausstoß um rund 270 Tonnen pro Jahr.

Wir kooperieren mit Handelspartnern und Anbietern anderer Produkte, um die Lkw-Auslastung zu erhöhen und damit die CO2-Emissionen zu verringern. Durch ein neues Servicezentrum für Kunden des Paletten-Logistikpartners CHEP am Düsseldorfer Standort senkt der Unternehmensbereich Laundry & Home Care jährlich die CO2-Transport-Emissionen um 27 Prozent. Zusatzlich werden Vorlaufzeiten und Lagerhaltung verringert, Reaktionszeiten und Flexibilitat erhöht.

Bereits in der Produktentwicklung berücksichtigen wir die Logistik: Konzentrate oder leichtere Verpackungen verringern das Transportgewicht und verursachen damit weniger CO2-Emissionen.

BereichMaßnahme
Logistikstrukturen
  • Die 2010 begonnene Verlagerung der Kosmetiktransporte für den deutschen Markt auf die Bahn wurde ausgedehnt. Statt täglich fünf Bahnwaggons werden jetzt acht Waggons für die Strecke vom Produktionswerk in Wassertrüdingen, Bayern ins Zwischenlager nach Monheim, Nordrhein-Westfalen, eingesetzt. Dies entspricht einer Entlastung der Straßen von über 20 Lkws täglich.
  • Intermodale Transporte: Seit 2008 arbeiten wir gemeinsam mit unseren europäischen Logistikpartnern schrittweise am Ausbau intermodaler Transportstrecken. Zum Beispiel erfolgt auch der Transport unserer Kosmetikprodukte nach Großbritannien seit 2011 aus der bestmöglichen Kombination aus Bahn und Lkw. Auch in den USA bauen wir den Anteil intermodaler Transportstrecken weiter aus.
  • Die verstärkte Ansiedlung von Zulieferbetrieben „wall to wall“ mit unseren Fabriken vermeidet Transporte. Dies gilt besonders für die Verlagerung der Produktion von Verpackungsmitteln direkt an unsere Standorte. So geschehen zum Beispiel in Hazelton, USA, und in Levice, Slovenien. Hier haben sich Hersteller für Plastikverpackungen direkt neben unserem Werk beziehungsweise neben unseren Lohnherstellerbetrieben niedergelassen. Auch die Konfektionierung („Co-Packaging“) unserer Waschmittel für den osteuropäischen Markt findet seit 2011 direkt an unserem Zentrallager in Wien statt.
Synergien/Kooperationen
  • Ausbau des sogenannten „Pooling“, das heißt das gezielte Zusammenlegen von Transport und Lagerung von ähnlichen Produktkategorien zusammen mit anderen Anbietern bei einem Logistikdienstleister. Hiermit können Synergien bei Lagerung, Kommissionierung und Transport erreicht werden. So wird beispielsweise sichergestellt, dass nur vollständig beladene Lkws zu den Zentrallagern unserer Kunden fahren und der Anteil von Leerfahrten deutlich vermindert wird. Solche Gemeinschaftskonzepte hat Henkel mittlerweile in Belgien, Tschechien, Großbritannien und den skandinavischen Ländern umgesetzt.
  • Zentral koordinierter Logistikeinkauf sowie die Zusammenlegung der Transportmengen von nahe gelegenen Henkel-Standorten erhöhten das Sendegewicht und somit Lkw-Auslastung. Zum Beispiel durch die Zusammenlegung der Lageraktivitäten von Schwarzkopf und Henkel –
    also dem institutionellen Seifengeschäft sowie den Waschmittelgeschäften von Dial – in den USA konnte der Anteil von Leerfahrten und Teilladungen vermindert werden.
  • Logistikorientierte Rabattgestaltung, das heißt, Einsparungen werden durch effiziente Ordermengen erreicht. Industrie und Handel teilen sich hierbei beispielsweise ganze oder halbe Lkws. In 2010 wurden diese Systeme bereits erfolgreich eingeführt, ein europäisches Roll-out ist in den nächsten beiden Jahren geplant.
  • Um in der Zusammenarbeit mit unseren Handelspartnern weitere Optimierungspotenziale aufzudecken, beteiligen wir uns unter anderem an der europaweiten Initiative „Efficient Consumer Response“.
  • Gemeinsam mit dem Logistik-Dienstleister Cretschmar Cargo arbeitet Henkel Beauty Care in Deutschland daran die Logistik grüner zu gestalten. Durch eine Modernisierung des Fuhrparks sowie Schulungen aller Fahrer auf CO2-neutrales Fahren kann der CO2-Ausstoß um etwa 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr reduziert werden. Gleichzeitig ist die Auslastung der Lkw ein großer Hebel in der CO2-Reduktion, weshalb die Auslastung der Wagen durch eine Analyse der Bestellungen um bis zu 25 Prozent erhöht werden konnte.
Produktoptimierungen
  • Produktoptimierungen hinsichtlich Gewicht und Volumen, soweit ohne Einschränkung von Leistung, Convenience und Stabilität möglich. Zum Beispiel Produktkonzentrate oder leichtere Verpackungsmaterialien sparen Transportgewicht und damit CO2-Emissionen. Ein Beispiel: Umstellung der US-Flüssigwaschmittelmarke Purex auf ein Konzentrat. Ergebnis: Vermeidung von rund 17.000 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen beim Transport pro Jahr durch reduziertes Produktvolumen.
  • Die Einführung einer Prüfstufe im Marketing-Entscheidungsprozess sorgt für den Abbau von Komplexität in unseren Produkten. Zum Beispiel führt die Nutzung von Basis-Formulierungen und ähnlichen Verpackungsmaterialien für unterschiedliche Marken und Länder zu geringerem Materialverbrauch und geringeren Abfällen und damit auch zur Reduktion der zu transportierenden Mengen.
Geschäftsreisen/Firmenwagen
  • Durch den technischen Fortschritt sowie landesspezifisch die Definition von effizienten Referenzfahrzeugen oder CO2-Obergrenzen für neue Fahrzeugbestellungen konnten wir den CO2-Ausstoß pro Kilometer bei neu zugelassenen Firmenwagen seit einigen Jahren kontinuierlich senken.
  • Für den Bereich Infrastruktur-Services am Standort Düsseldorf wurden Mitte 2012 sieben Nutzfahrzeuge mit Elektroantrieb angeschafft. Durch die Kraft-Wärme-Kopplung des Henkel-Kraftwerks am Standort beträgt der CO2-Ausstoß, der aus der Energieerzeugung zum Aufladen der Fahrzeug-Batterie resultiert, bei 40 Gramm pro Kilometer – im Vergleich zu 80 Gramm pro Kilometer aus dem öffentlichen Netz beziehungsweise 120 bis 180 Gramm pro Kilometer mit Benzin-Motor.
  • Seit 2010 werden die monatlichen Gesamtkosten eines Firmenwagens getrennt nach Firmenrate und Eigenanteil des Mitarbeiters abgebildet. Durch die Erhöhung der Transparenz über die monatlich verursachten Benzinkosten wollen wir unsere Mitarbeiter zu effizienterem Fahrverhalten anregen.

 

Anforderungen an unsere Logistikpartner

Der Transport vom Produktionsstandort zum Lager sowie vom Lager zu unseren Kunden wird mittlerweile weltweit zu über 90 Prozent von externen Logistikunternehmen durchgeführt. Bereits bei der Auswahl unserer Transportpartner achten wir auf deren Leistungen im Bereich Effizienz und Umwelt. Seit 2010 sind entsprechende Kriterien Teil unserer Anfrageprozesse und Ausschreibungen beim Einkauf von Logistikdienstleistungen. Dazu gehören die Definition von Energiesparzielen, Maßnahmen zur Modernisierung der Fahrzeugflotte sowie Investitionen in Programme, die Routen optimieren und Emissionen erfassen.

Gesamtbilanz: Unser betrieblicher CO2-Fußabdruck 2013

Die von Henkel emittierten CO2-Emissionen entstehen hauptsächlich durch Energieerzeugung und -verbrauch. Andere CO2-Emissionsquellen sind fur unsere Geschäftstätigkeit nicht relevant. Das Gleiche gilt für die Emissionen anderer Treibhausgase. Sie bilden weniger als ein Prozent der Scope-1- und Scope-2-Emissionen. Weitere Scope-3-Emissionen, insbesondere durch Rohstoffe und Produktnutzung, berechnen wir auf Produktebene.
betrieblicher CO2 Fussabdruck 2013