Nachhaltigkeitsbericht 2013

Diversity

Vielfalt als Wettbewerbsvorteil

Seit 2007 ist das globale Diversity & Inclusion Management ein fester Bestandteil der Unternehmensstrategie von Henkel. In einer Matrix-Organisation sorgen Ressortleiter in jedem Unternehmensbereich und regionale Diversity-Botschafter für die Kaskadierung der Diversity-Strategie in den Ländern und Funktionen.

Vielfalt am Arbeitsplatz, die sich auch in den Einstellungen, Kenntnissen und Fähigkeiten unserer Mitarbeiter zeigt, ist für uns ein wichtiger Wert und Wettbewerbsvorteil. Denn die unterschiedlichen Kulturen und Kompetenzen unserer Mitarbeiter tragen maßgeblich dazu bei, dass wir unsere Märkte und Kunden besser verstehen und langfristig erfolgreich sind. Auf der Grundlage unserer Richtlinie zur Vielfalt und Einbeziehung (Diversity & Inclusion) setzen wir uns weltweit mit diesem Thema auseinander.

2013 haben wir ein breites Angebot entwickelt, damit unsere Mitarbeiter ihr volles Potenzial entfalten können. Es reicht von Trainings im Kontext von Vielfalt über individuelle Workshops bis hin zu weltweiten Mentoren-Programmen.

Wir haben 2013 eine Reihe von Preisen für die erfolgreiche Umsetzung unserer Diversity & Inclusion-Strategie erhalten. So wurde Henkel zum Beispiel im Mai 2013 mit dem „Most Women-Friendly Employer in the Middle East Award“ ausgezeichnet. Unsere Diversity-Maßnahmen fokussieren sich auf die drei Kerndimensionen Kultur/Nationalitäten (Cultural Diversity), Geschlecht (Gender Diversity) und Alter/Seniorität (Seniority/Generations).

Strategische Handlungsfelder bei der Implementierung zielgerichteter Diversity-Initiativen sind Maßnahmen zur Arbeitsflexibilisierung, zum Austausch und Wissenstransfer zwischen den Arbeitsgenerationen und zur Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen. Konkrete Beispiele hierfür ist die weltweite Einführung einer Work-Life Flexibility Charter, die Weiterentwicklung des globalen Mentoring-Programms, weitere gezielte Implementierung von Programmen zur Karriereentwicklung für beide Geschlechter, der Ausbau und die Neugründung von Mitarbeiternetzwerken und die Erweiterung von Unterstützungsleistungen im Bereich Familie und Beruf. Ziel dieser Maßnahmen ist, die Weiterentwicklung unserer Unternehmenskultur zu unterstützen, hin zu einem offenen und wertschätzenden Miteinander am Arbeitsplatz.

Inspiriert durch Vielfalt

Vielfalt erleben – das war das Motto der Global Diversity-Wochen 2013, die alle Henkel-Mitarbeiter weltweit zwischen dem 21. Mai, dem „Internationalen Tag für Kulturelle Vielfalt“, und dem 11. Juni, dem ersten „Deutschen Diversity Tag“, gefeiert haben. Diese drei Wochen waren mit mehr als 100 globalen, regionalen, lokalen sowie virtuellen Veranstaltungen und Aktivitäten gefüllt. Sie öffneten eine breite Palette von inspirierenden Erfahrungen, an denen sich Henkel-Mitarbeiter persönlich beteiligen konnten, um so Vielfalt aus erster Hand zu erleben. An vielen Henkel-Standorten auf der ganzen Welt reagierten die Menschen mit viel Kreativität und Engagement in der Entwicklung einer großen Anzahl von Aktivitäten: Konferenzen, Runde Tische, Informationsveranstaltungen mit Top-Management, Ein-Tages-Job-Rotationen mit neuen Tätigkeitsbereichen, Workshops zu Work-Life-Flexibilität, Stadtrundfahrten für Neulinge in der Firma, Fotowettbewerbe und internationalen Menüs in den Kantinen. Eine gemeinsame Plattform im Intranet ermöglichte den Austausch von Ideen und Erfahrungen.

Diversity Weeks

Gesellschaftlicher / sozialer Fortschritt
Diversity Weeks

2013 fanden im Rahmen der „Global Diversity Weeks“ weltweit über 100 Veranstaltungen und Aktionen rund um das Thema Vielfalt statt. Foto: Alfredo Morales (links), Regionalleiter Beauty Care Retail in Lateinamerika, führte einen Diversity-Workshop in der Produktion in Bogotá durch.

Work-Life Flexibility

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist in vielen Ländern ein aktuelles gesellschaftspolitisches Thema und ein strategisches Handlungsfeld des Diversity & Inclusion Managements von Henkel. Wir können die Fähigkeiten und Talente unserer Mitarbeiter nur dann optimal nutzen, wenn wir dazu beitragen, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Herausforderungen von Beruf und Familie erfolgreich meistern können.

Flexible Arbeitszeiten und Gleitzeitarbeit sind daher an vielen unserer Standorte bereits seit langem etabliert. Zudem schaffen Job-Sharing-Modelle, Teilzeitarbeitsmöglichkeiten, Heimarbeit sowie ein flächendeckender Einsatz mobiler Kommunikationsgeräte flexiblere Arbeitsmöglichkeiten. Mit diesen Angeboten stellen wir zudem die erbrachte Leistung des Mitarbeiters in den Mittelpunkt, und weniger seine Präsenz am Arbeitsplatz.

Basierend auf einer globalen Selbstverpflichtung setzten der Henkel-Vorstand sowie das Top-Management im Juni 2012 ein klares Zeichen: Gemeinsam unterschrieben sie die globale Charter für Work-Life Flexibility bei Henkel. Ziel dieser Initiative ist es, den Dialog zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten in Bezug auf flexible Arbeitsmöglichkeiten bei Henkel anzuregen. Mehr als ein Drittel aller direkt adressierten Führungskräfte weltweit sind dem Vorbild des Top-Managements gefolgt und haben durch die Unterzeichnung der Charter für Work-Life Flexibility ihrer persönlichen Überzeugung Ausdruck verliehen.

Eine zentrale Kompetenzplattform, die im globalen Intranet von Henkel aufzurufen ist, bietet den Mitarbeitern und Vorgesetzten ausführliches Material zum Thema Arbeitsflexibilität und Implementierung von flexiblen Arbeitsarrangements. Selbstbewertungsfragebögen helfen Mitarbeitern und Vorgesetzen die individuelle Situation besser zu reflektieren und ein entsprechendes Konzept zu erarbeiten. Führungskräfte aus aller Welt teilen die Wichtigkeit des Themas in persönlichen Statements, die ebenfalls auf der Plattform einzusehen sind.

Im Lauf des letzten Jahres wurde die Charter in allen Regionen durch die Einführung und Umsetzung von zusätzlichen Maßnahmen weltweit ausgerollt, auch in Ländern, in denen flexible Arbeitzeitmodelle gesellschaftlich und arbeitsrechtlich weniger etabliert sind.

Speziell in der MEA-Region haben sich die Führungskräfte in diesem Jahr der Henkel Charter der Work-Life-Flexibilität verpflichtet. Im Jahr 2013 hat Henkel in den Golfstaaten ein ehrgeiziges Paket von Initiativen zur Förderung der Work-Life Flexibilität zur Verfügung gestellt, welches die spezifischen Vorgaben und Richtlinien für die Konsistenz der gesamten Region umfasst. Während die Richtlinien für bezahlte Beurlaubung erweitert wurden, wurde eine neue Regelung für mobiles Arbeiten eingeführt. Um eine umfassende flexible Arbeitskultur bei Henkel zu fördern, haben auch andere Länder in der Region zusätzliche Konzepte implementiert. Home Office ist jetzt eine Option in der überwiegenden Mehrheit der Standorte, und Gleitzeit ist in den meisten Ländern verfügbar. Dies markiert den Schritt hin zu einem Wandel von einer Präsenzkultur hin zu einer leistungsorientierten Unternehmenskultur.

Highlights 2013: Work-Life Flexibility bei Henkel

Land/RegionHighlights
WeltweitVerschiedene Artikel über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie (Work-Life Flexibility, kurz WLF) im weltweiten und im deutschen Intranet des Unternehmens und der Henkel Diversity Blog www.henkeldiversity.com sprachen sich für den weiteren Ausbau dieses Programms aus. Begleitende Veröffentlichungen und persönliches Engagement boten gute Beispiele für flexible Arbeitszeitregelungen.

Unterstützung bei der Kinderbetreuung ist ein wichtiges Element für das richtige Gleichgewicht zwischen Berufs- und Familienleben. Henkel setzt sich daher für die Bereitstellung von Kinderbetreuungsmöglichkeiten ein, um es seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu erleichtern, ihr Berufsleben mit der Familie zu vereinbaren.
DeutschlandIn Deutschland sind flexible Arbeitszeitregelungen weit verbreitet und fester Bestandteil des Arbeitsalltags. Das Management von Vielfalt und Einbeziehung (Diversity & Inclusion) unterstützte unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit vielerlei Informationen zu diesem Thema und mit einer globalen Initiative, um die verschiedenen flexiblen Arbeitszeitmodelle zu fördern.

Die Arbeitsgruppe „Väter@Henkel“ innerhalb des Elternnetzwerks von Henkel ist ein Forum, in dem sich Väter über ihre Erfahrungen und Themen wie Elternzeit, Bildungsangebote für Kinder und andere Fragen rund um das Familienleben austauschen können. 2013 konnten Väter sich bei verschiedenen Veranstaltungen über ihre Gedanken und Fragen zu verschiedenen Themen austauschen, etwa mit dem Gründer der „Väter GmbH“, laut dem der Trend von „Wochenendvätern“ hin zu Vätern ginge, die sich viel stärker in das Alltagsleben ihrer Kinder und Familien einbringen möchten. Am Hauptsitz des Unternehmens in Düsseldorf wurde eine neue Kindertagesstätte eingerichtet, die im Juli 2013 74 zusätzliche Kinder aufnahm. „Die Waschbären“ ist die dritte betriebliche Kindertagesstätte am Hauptsitz des Unternehmens, so dass Henkel mittlerweile insgesamt 240 Betreuungsplätze anbieten kann. Daneben unterstützt Henkel seine Mitarbeiter kostenlos bei der Suche nach anderen Kinderbetreuungs- oder Notfallbetreuungsoptionen.
NordamerikaIn Nordamerika wurden in sämtlichen Geschäftsbereichen erfolgreich neue Formen flexibler Arbeitszeitregelungen eingeführt. Außerdem wurden mehr Telearbeitsplätze geschaffen.
LateinamerikaIn den lateinamerikanischen Ländern wurden weitere Möglichkeiten für flexible Arbeitszeitregelungen eingeführt. Erstmals wurden in acht lateinamerikanischen Ländern (Argentinien, Brasilien, Chile, Ecuador, Guatemala, Kolumbien, Mexiko und Peru) Umfragen über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie durchgeführt, die recht positive Ergebnisse brachten und über die unterschiedlichen flexiblen Arbeitszeitmodelle in der Region informierten. Henkel gilt dank des Angebots flexibler Arbeitszeitregelungen als äußerst attraktiver Arbeitgeber. Besonders geschätzt wurden die Telearbeit von zu Hause aus und die Gleitzeitregelungen, die bereits in den meisten Ländern Lateinamerikas eingeführt worden sind. Ferner wurden die direkten Vorgesetzten für ihre aktive Unterstützung flexibler Arbeitszeitmodelle wahrgenommen.
Asien/PazifikIn der Region wurden Initiativen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie mit verstärkten Bemühungen zur Umsetzung flexibler Arbeitszeitregelungen eingeführt.
Naher Osten/AfrikaIn neun Ländern der MEA-Region wurde 2013 die globale Work-Life Flexibility-Initiative mit jeweils unterschiedlichen flexiblen Arbeitszeitmodellen erfolgreich eingeführt. Mehr als
60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können mittlerweile von flexiblen Arbeitszeitmodellen in ihren Ländern profitieren. Im Juli 2013 kündigte die Region der Golfstaaten einen Work-Life Flexibility-Ansatz für ihre Mitarbeiter mit einem ehrgeizigen Maßnahmenpaket an. Darauf folgten Verpflichtungserklärungen und die Befürwortung durch die Managementebene, deren Mitglieder gemeinsam die „Charter of Work-Life Flexibility“ von Henkel unterzeichneten.
WesteuropaDie globalen Maßnahmen für ein besseres Gleichgewicht zwischen Berufs- und Familienleben wurden mit neuen flexiblen Arbeitszeitregelungen verstärkt, die einheitlich in verschiedenen Ländern entwickelt worden waren.
Zentral- und OsteuropaNach der Umsetzung der Work-Life Flexibility-Initiative 2012 hält Henkel CEE ständig nach neuen Möglichkeiten Ausschau, um sein WLF-Angebot für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auszuweiten. Im ersten Quartal 2013 wurden für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Henkel Serbia in Belgrad flexible Arbeitszeiten eingeführt. Nach der erfolgreichen Umsetzung am Hauptsitz von Henkel Serbia wurde diese Maßnahme im September 2013 auf Angestellte der Klebstofffabrik in Indien ausgeweitet.