Nachhaltigkeitsbericht 2013

Internationaler Expertendialog

Austausch mit Nachhaltigkeitsexperten

Seit 2005 laden wir regelmäßig Experten aus verschiedenen Teilen der Welt ein, gemeinsam mit Henkel an der Weiterentwicklung unserer Strategie zu arbeiten. Die Experten wählen wir zum einen aufgrund ihres Überblicks über die Herausforderungen in ihren Ländern aus, zum anderen aufgrund ihrer Erfahrungen mit Nachhaltigkeitsmanagement in Unternehmen. Der Dialog hilft uns, unsere Ausrichtung auf nachhaltiges und gesellschaftlich verantwortliches Wirtschaften an den externen Erwartungen in den verschiedenen Regionen zu spiegeln und die richtigen Antworten zu finden – besonders, wenn es darum geht, auf lokaler Ebene angemessene Lösungen zu entwickeln.

Für die Nachhaltigkeitsberichte 2004 und 2005 haben wir Experten aus Brasilien, China, Deutschland, Indien, Italien, Mexiko, Russland, Ungarn und den USA gebeten, die Herausforderungen und Prioritäten in ihren Ländern und Regionen darzustellen. Im Jahr 2007 haben wir den regionalen Dialog mit dem Experten Dr. Allen White vom Tellus Institute in Boston, Massachusetts, USA, fortgesetzt.

Erstmalig luden wir im Jahr 2008 den Experten John Elkington, Gründer des Beratungsunternehmens SustainAbility, London, zu einem Workshop nach Düsseldorf ein. John Elkington erläuterte im Anschluss an seinen Vortrag vor Nachhaltigkeitsexperten von Henkel die aktuellen Herausforderungen, die mit dem Thema Nachhaltigkeit verbunden sind. Diskutiert wurden außerdem die Chancen und Risiken einer stärkeren Kommunikation unserer Nachhaltigkeitsaktivitäten in den operativen Geschäften und auf Markenebene. Im Rahmen der Entwicklung unserer neuen Nachhaltigkeitsstrategie haben wir den Dialog mit fünf ausgewählten Experten aus Deutschland, der Schweiz, den USA und Indien weitergeführt. Ende 2010 kamen diese mit Mitgliedern des Henkel Sustainability Council zu einem Workshop in unserer Zentrale in Düsseldorf zusammen. Gemeinsam wurden aktuelle Entwicklungen im Bereich Nachhaltigkeit diskutiert, Auswirkungen auf die Wirtschaft und unsere Märkte bewertet sowie konkrete Handlungsoptionen identifiziert.

Ergebnisse des Expertendialogs im Jahr 2010

Die Strategie-Mindmap dokumentiert die Ergebnisse des Workshops im Dezember 2010 zur Entwicklung der Henkel-Nachhaltigkeitsstrategie 2030.
Henkel Sustainability Tree

Im Rahmen einer Round-Table-Gesprächsreihe am Standort Düsseldorf im Mai 2012 sprach Prof. Dr. Rob Melnick, Dekan des Global Institute for Sustainability an der Arizona State University, USA, vor Henkel-Mitarbeitern über die Herausforderung von Regionen und Städten, den Wunsch nach mehr Lebensqualität mit Nachhaltigkeit zu vereinbaren. Bereits im Februar 2012 präsentierte Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie, die Herausforderungen und Chancen beim Thema nachhaltiges Wirtschaften. Ziel dieser internen Gesprächsreihe und des externen Stakeholder-Dialogs im Jahr 2012 war es, unseren Mitarbeitern ein vertieftes Verständnis der Henkel-Nachhaltigkeitsstrategie 2030 zu geben sowie diese an externe Stakeholder zu kommunizieren.

Im Frühjahr 2013 beteiligte sich Henkel an der „Earth University“ in Paris – einem Forum bei der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO). Unternehmensvertreter, Wissenschaftler, Politiker und weitere Stakeholder diskutierten darüber, wie Unternehmen wirtschaftliches Wachstum mit einer nachhaltigen Entwicklung in Einklang bringen können.

Zusammengefasst präsentieren die Beiträge der Experten ein ausgewogenes Bild der Schlüsselthemen in Schwellen- sowie in Industrieländern. Es wird deutlich, dass viele der Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung über Ländergrenzen hinweg ähnlich sind; die Prioritäten und Perspektiven sind jedoch regional sehr unterschiedlich. So wird insbesondere in Schwellenländern von multinationalen Unternehmen erwartet, dass sie zur Entwicklung des Landes beitragen. In den Industrieländern entwickelt sich dagegen zunehmend der Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit zu einer zentralen Herausforderung. Die Tabelle präsentiert die Ergebnisse des Expertendialogs in komprimierter Form und bietet konkrete Beispiele der unterschiedlichen Erwartungshaltungen. Auf Basis der Dialogergebnisse haben wir unseren Nachhaltigkeitsbericht weiterentwickelt. Die neue Berichtsstruktur orientiert sich direkt an den im Dialog identifizierten Schlüsselthemen und stellt die Antworten des Unternehmens auf die verschiedenen regionalen und globalen Herausforderungen dar. Dieser Ansatz soll noch deutlicher zeigen, wie wir unsere gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen und Beiträge zur nachhaltigen Entwicklung leisten.

Schlüsselthemen Erwartungen in Industrieländern Erwartungen in Schwellenländern
Wirtschaftliche Entwicklung
  • Eigene Wettbewerbsfähigkeit erhalten und Schwellenländern Entwicklungsmöglichkeiten bieten
  • Zur Entwicklung des eigenen Landes beitragen, insbesondere auch in strukturschwachen Regionen
Werte und Management
  • Umwelt- und Sozialstandards entlang der Wertschöpfungskette umsetzen, insbesondere bei Zulieferern
  • Transparenz über ökonomische, ökologische und soziale Aspekte der Unternehmensaktivitäten herstellen, insbesondere in Schwellenländern Einsatz für Menschenrechte
  • Ethisch und rechtlich einwandfreies Handeln
  • Hohe Umwelt- und Sozialstandards etablieren und als Vorbild Einfluss auf Zulieferer und Wettbewerber nehmen
  • Unterstützung beim Aufbau von Managementkompetenzen und Institutionen
Produkte und Marketing
  • Produktsicherheit gewährleisten
  • Qualitätsprodukte zu fairen Preisen anbieten
  • Nachhaltigen Konsum durch ethisch und ökologisch einwandfreie Produkte sowie die Information und Sensibilität der Kunden fördern
  • Qualitätsprodukte für den „unteren Bereich der Wohlstandspyramide“ entwickeln und vermarkten
  • Sicherheit und Umweltverträglichkeit der Produkte gewährleisten
  • Kulturellen und gesellschaftlichen Kontext berücksichtigen
Ressourceneffizienz und Klimaschutz
  • Verstärkter Fokus auf Produkten: „Dematerialisierung“ der Wirtschaft durch Wechsel von produkt- zu servicebasierten Geschäftsmodellen
  • Beitrag zur Verringerung der Treibhausgas-Emissionen
  • Transfer von Know-how sowie moderner, energie- und ressourcenschonender Technologien
  • Befriedigung der steigenden Bedürfnisse der Verbraucher mit Produkten, die begrenzte Ressourcen effizient nutzen
Mitarbeiter und Arbeitsplätze
  • Durch die Förderung und Qualifizierung der Mitarbeiter zur Sicherheit der Arbeitsplätze beitragen
  • Herausforderungen wie Chancengleichheit und alternde Gesellschaften aktiv angehen
  • Arbeitsplätze schaffen und Mitarbeiter qualifizieren
  • Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz gewährleisten
  • Bewusstsein der Mitarbeiter für den Umweltschutz fördern und entwickeln
Gesellschaftliches Engagement
  • Beitrag zu den Millennium Development Goals der Vereinten Nationen
  • Beiträge zur Lösung gesellschaftlicher Probleme, auch durch Förderung des gemeinnützigen Engagements der Mitarbeiter
  • Unterstützung und Förderung insbesondere von benachteiligten Kindern und Jugendlichen
  • Sensibilisierung der Bevölkerung für den Umweltschutz
  • Förderung der Bildung und Forschung für eine nachhaltige Entwicklung

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